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Kennzeichnungssystem Reisen für Alle

Betriebe, die bestimmte bauliche und Qualitätskriterien erfüllen, haben daneben die Möglichkeit, sich für ihre Barrierefreiheit zertifizieren zu lassen. Nachdem Anfang des Jahres 2014 ein gemeinsames, deutschlandweit gültiges Zertifizierungssystem auf Bundesebene beschlossen wurde, nutzt auch Rheinland-Pfalz in Zukunft das Siegel "Reisen für Alle".

Das Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle – Barrierefreiheit geprüft“ ist ein bundesweites Kennzeichnungssystem im Bereich Barrierefreiheit. Es wurde in mehrjähriger Zusammenarbeit und Abstimmung mit zahlreichen Betroffenenverbänden sowie allen touristischen Verbänden, Landesmarketing-Organisationen und weiteren Akteuren im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projektes „Tourismus für Alle“ entwickelt.

Interessierte Betriebe können hier den Kriterienkatalog (externer Link) für die Zertifizierung nach dem Kennzeichnungssystem "Reisen für Alle - Barrierefreiheit geprüft" einsehen.

 

 


 

 

Rheinland-Pfalz hat frühzeitig das Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle – Barrierefreiheit geprüft“ übernommen. Die Kennzeichnung wird nach einer Erhebung durch geschulte Fachleute vergeben. Auf diese Informationen können Sie sich verlassen, es handelt sich nicht um eine Selbstauskunft der Einrichtungen und Betriebe. Die Kennzeichnung ist für drei Jahre gültig, danach muss neu erhoben werden. Zusätzlich zur Erhebung muss mindestens ein/e Mitarbeiter/in des Betriebes eine Online-Schulung zu „Reisen für Alle“ absolviert haben. 

Die Zertifizierung kostet 165 Euro zzgl. MwSt. und ist drei Jahre gültig. Die Anmeldeunterlagen können hier runtergeladen werden.

Information zur Barrierefreiheit (Kurzer Haken)

Logo Information zur Barrierefreiheit

Für die Einrichtung und den Betrieb hat eine ausführliche Erhebung stattgefunden. Die Informationen liegen in der Datenbank vor. Allerdings sind die Mindestkriterien zur Barrierefreiheit (Stufe 1) nicht erfüllt.

"Barrierefreiheit geprüft" (Langer Haken)

Logo Barrierefreiheit geprüft

Beim Kennzeichen „Barrierefreiheit geprüft“ wird zwischen zwei Stufen und den Anforderungen von verschiedenen Zielgruppen (Arten der Beeinträchtigung) unterschieden.

Stufe 1: "Barrierefreiheit geprüft- teilweise barrierefrei"

Für die Einrichtung und den Betrieb hat eine umfassende Erhebung stattgefunden. Für wenigstens eine der Zielgruppen sind Mindestkriterien zur Barrierefreiheit erfüllt. Ausführliche Informationen zur Barrierefreiheit – für alle Zielgruppen - liegen in der Datenbank vor.

Sie erkennen die Stufe 1 am Buchstaben „i“ (für Information) in der rechten oberen Ecke des Zielgruppen-Piktogramms. Hier das Piktogramm in Stufe 1 für Rollstuhlnutzerinnen und –nutzer.

Stufe 2: „Barrierefreiheit geprüft – barrierefrei“

Für die Einrichtung und den Betrieb hat eine umfassende Erhebung stattgefunden. Für mindestens eine der Personengruppen sind die Angebote barrierefrei (orientiert an der Erfüllung der jeweiligen DIN-Normen). Ausführliche Informationen zur Barrierefreiheit – für alle Zielgruppen - liegen in der Datenbank vor. Hier als Beispiel das Piktogramm in Stufe 2 für Rollstuhlnutzerinnen und –nutzer.

Logos

1. Menschen mit Gehbehinderung
Menschen mit  Gehbehinderung ((c)DSFT)
2. Rollstuhlfahrer
Rollstuhlfahrer ((c)DSFT)
3. Menschen mit Hörbehinderung
Menschen mit Hörbehinderung ((c)DSFT)
4. Gehörlose Menschen
Gehörlose Menschen ((c)DSFT)
5. Menschen mit Sehbehinderung
Menschen mit Sehbehinderung ((c)DSFT)
6. Blinde Menschen
Blinde Menschen ((c)DSFT)
7. Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen
Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen ((c) DSFT)
 

Menschen mit Gehbehinderung - teilweise barrierefrei

Maximal eine Stufe mit einer Höhe von max. 21 cm darf vorhanden sein.

Zur Überwindung einer Stufe ist eine mobile Rampe vorhanden, die nach Möglichkeit dauerhaft ausgelegt ist.*

Alle Durchgänge und Wege müssen mindestens 70 cm breit sein.

 

*zusätzliche Kriterien für Rheinland-Pfalz

Menschen mit Gehbehinderung - barrierefrei

Maximal eine Stufe mit einer Höhe von max. 21 cm darf vorhanden sein.

Zur Überwindung einer Stufe ist eine mobile Rampe vorhanden, die nach Möglichkeit dauerhaft ausgelegt ist.*

Alle Durchgänge und Wege müssen mindestens 80 cm breit sein.

Bewegungsflächen vor wesentlichen, immobilen Einrichtungsgegenständen müssen mindestens 120 cm x 120 cm groß sein.

Aufzug/Lift: Die Kabinengröße muss mind. 110 cm x 140 cm betragen.

Sanitärraum:

Die Tür darf nicht in den Sanitärraum aufschlagen.

Die Bewegungsfläche links oder rechts neben dem WC beträgt mind. 70 cm x 90 cm. Es müssen links und rechts vom WC Haltegriffe vorhanden sein. An der Seite, an der das WC anfahrbar ist, muss der Haltegriff hochklappbar sein.

Das Waschbecken muss in einer Höhe von 67 cm unterfahrbar sein / Ein Spiegel über dem Waschbecken muss im Stehen und Sitzen einsehbar sein.

Der Höhenunterschied zwischen der Oberkante Duschplatz/Duschwanne zum angrenzenden Bodenbereich darf 3 cm nicht überschreiten. Ein Duschstuhl/Duschsitz ist vorhanden/ Haltgriffe müssen in der Dusche vorhanden sein.

*zusätzliche Kriterien für Rheinland-Pfalz 

Rollstuhlfahrer - teilweise barrierefrei

Alle Durchgänge/Wege müssen mindestens 90 cm breit sein.

Es dürfen keine Stufen vorhanden sein. Schwellen dürfen max. 2 cm hoch sein.

Bewegungsflächen vor wesentlichen, immobilen Einrichtungsgegenständen müssen mindestens 150 cm x 150 cm groß sein.

Aufzug/Lift: Die Kabinengröße/ Plattformgröße muss mind. 110 cm x 140 cm betragen.

WC: Die Bewegungsfläche links und rechts neben dem WC beträgt mind. 70 cm x 90 cm.

Rollstuhlfahrer - barrierefrei

Alle Durchgänge/Wege müssen mindestens 90 cm breit sein.

Es dürfen keine Stufen vorhanden sein. Schwellen dürfen max. 2 cm hoch sein.

Bewegungsflächen vor wesentlichen, immobilen Einrichtungsgegenständen müssen mindestens 150 cm x 150 cm groß sein.

Aufzug/Lift: Die Kabinengröße/ Plattformgröße muss mind. 110 cm x 140 cm betragen. Die Bedienelemente müssen horizontal angeordnet sein.

Es muss mindestens ein Parkplatz für Menschen mit Behinderung vorhanden sein, der als solcher gekennzeichnet ist.

Sanitärraum:

Die Tür darf nicht in den Sanitärraum aufschlagen.

Die Bewegungsfläche links und rechts neben dem WC beträgt mind. 70 cm x 90 cm. Die Höhe des Toilettensitzes beträgt zwischen 46 cm und 48 cm. Es müssen links UND rechts vom WC hochklappbare Haltegriffe vorhanden sein. Die Oberkanten müssen 28 cm über der Sitzhöhe des WC liegen und die Haltegriffe müssen 15 cm über die Vorderkante des WC hinausragen. Der Abstand zwischen den Haltegriffen muss zwischen 65 cm und 70 cm liegen.

Falls mehrere rollstuhlgerechte Sanitärräume vorhanden sind, können diese alternierend die angegebenen Bewegungsflächen rechts oder links neben dem WC aufweisen.

Das Waschbecken muss in einer Höhe von max. 80 cm (Oberkante vorne) angebracht sein. Das Waschbecken muss in einer Ho?he von 67 cm und einer Tiefe von 30 cm unterfahrbar sein.

Ein Spiegel über dem Waschbecken muss im Stehen und Sitzen einsehbar sein.

Der Höhenunterschied zwischen der Oberkante Duschplatz/Duschwanne zum angrenzenden Bodenbereich darf 2 cm nicht überschreiten.

Ein Duschstuhl/Duschsitz ist vorhanden.

Haltegriffe und Duscharmatur müssen in einer Höhe von 85 cm angebracht sein.

Menschen mit Hörbehinderung/ Gehörlose Menschen - teilweise barrierefrei

Akustische Signale (z.B. ein Feuerwehralarm) müssen zusätzlich durch ein deutlich sichtbares Blink- oder Blitzsignal wahrzunehmen sein.

Ein im Aufzug/Lift abgegebener Notruf muss optisch bestätigt werden.

An Schaltern, Tresen und Kassen muss eine induktive Höranlage vorhanden sein.

Das Klingeln des Telefons muss eindeutig durch ein Blinksignal wahrnehmbar sein.

Das Anklopfen an die Zimmertür muss durch ein Blinksignal angezeigt werden, welches in allen Räumen wahrgenommen werden kann.

Menschen mit Hörbehinderung/ Gehörlose Menschen - barrierefrei

Neben den Anforderungen, die für die Stufe „Barrierefrei geprüft: teilweise barrierefrei“ erfüllt sind, müssen zusätzlich in Speiseräumen Tische mit heller und blendfreier Beleuchtung vorhanden sein.

Es dürfen keine hängenden oder stehenden Lampen das Gesichtsfeld bzw. den Blickkontakt stören.

In Speiseräumen muss es Bereiche mit geringen Umgebungsgeräuschen geben.

Es muss ein W-LAN, Fax oder eine andere technische Möglichkeit der kostenfreien Kommunikation mit dem Servicepersonal zur Verfügung stehen oder muss bereitgestellt werden können.

Menschen mit Sehbehinderung - teilweise barrierefrei

Auf Außenwegen muss eine visuell kontrastreiche oder taktil erfassbare Gehwegbegrenzung vorhanden sein (z. B. Rasenkantensteine), oder es muss visuell kontrastreiche Bodenindikatoren (z. B. Leitstreifen) geben.

Türen, die komplett bzw. teilweise aus Glas bestehen, müssen mit Sicherheitsmarkierungen gekennzeichnet sein.

Für Schwellen, Stufen und Treppen gilt, dass mindestens die erste und letzte Stufe eine mit der waagerechten und senkrechten Stufenfläche kontrastierende Kante aufweisen müssen.

Assistenzhunde (Begleithunde, Blindenhunde etc.) sind erlaubt.*

 

*zusätzliche Kriterien für Rheinland-Pfalz

Menschen mit Sehbehinderung - barrierefrei

Neben den Anforderungen, die für die Stufe „Barrierefrei geprüft: teilweise barrierefrei“ erfüllt sind,  dürfen keine Hindernisse im Weg stehen, z. B. in den Raum ragende Gegenstände.

Eingangsbereiche, Flure/Wege/Gänge innen sowie Schwellen/Stufen/Treppen, Aufzüge, Schalter/Tresen/Kasse, Schlafraum müssen hell und blendfreie ausgeleuchtet bzw. gestaltet sein.

Bedienelemente bzw. die Beschilderung müssen visuell kontrastreich gestaltet sein (Tür, Flur/Weg/Gang innen, Aufzug, Raum, Schlafraum, Küche, Umkleidekabine, Schwimmbad/Strand, Sauna).

Assistenzhunde (Begleithunde, Blindenhunde etc.) sind erlaubt.*

 

*zusätzliche Kriterien für Rheinland-Pfalz

Blinde Menschen - teilweise barrierefrei

Eine taktil erfassbare Gehwegbegrenzung muss vorhanden sein (z. B.

Rasenkantensteine), oder es muss taktil erfassbare Bodenindikatoren (z. B. Leitstreifen) geben.

Bedienelemente bzw. Beschilderungen von Aufzügen müssen taktil erfassbar sein.

Die Halteposition der Aufzüge muss durch eine Sprachausgabe angegeben werden oder die Etagennummern müssen in der Türlaibung oder im Türrahmen taktil erfassbar sein.

Assistenzhunde (Begleithunde, Blindenhunde etc.) sind erlaubt.*

 

*zusätzliche Kriterien für Rheinland-Pfalz

Blinde Menschen - barrierefrei

Neben den Anforderungen, die für die Stufe „Barrierefrei geprüft: teilweise barrierefrei“ erfüllt sein müssen, dürfen in Räumen und auf Wegen keine Hindernisse vorhanden sein, z. B. in den Raum ragende Gegenstände etc.

Assistenzhunde (Begleithunde, Blindenhunde etc.) sind erlaubt.

Bedienelemente müssen taktil erfassbar sein (Tür, Flur/Weg/Gang innen, Raum, Schlafraum, Küche, Umkleidekabine, Schwimmbad/Strand, Sauna, Automat).

Menschen mit Lernschwierigkeiten/ kognitiven Beeinträchtigungen

Auf Außenwegen sowie Fluren, Wegen und Gängen im Innenbereich muss das Ziel des Weges in Sichtweite sein, ein unterbrechungsfreies Wegeleitsystem vorhanden sein oder die Wegezeichen in ständig sichtbarem Abstand vorhanden sein.

Name und Logo des Betriebes müssen von außen klar erkennbar sein.

Die Bedienelemente bzw. die Beschilderung des Aufzuges bzw. Lifts muss bildhaft oder (im Falle eines entsprechenden Leitsystems) farblich gekennzeichnet sein.

Der Schalter/Tresen oder die Kasse muss von der Eingangstür aus direkt sichtbar  sein oder der Weg zum Schalter/Tresen der Kasse muss bildhaft und unterbrechungsfrei gekennzeichnet sein.